Mit einem Sieg das böse Karma besiegt. Der Triathlet des SC Altenrheine, Manfred Ricklin, gewinnt in Roth seine Altersklasse. Während Simon Wagemaker bei der gleichen Veranstaltung nach einer längeren Verletzungspause mit einem herausragenden Marathon auf sich aufmerksam macht.Roth 2019 1

Solarer Berg, Kalvarienberg und Thalmässing lassen bei einem Triathleten die Haare leicht zu Berge stehen, während der unbedarfte „Normalbürger“ mit diesen Orten nichts in Verbindung bringen kann. Doch der Langdistanztriathlon in Roth zieht genau mit diesen Hotspots in jedem Jahr mehrere tausend Triathleten an die Startlinie, so dass der Dreikampf in mittelfränkischen Roth zu den größten der Welt zählt. Manfred Ricklin musste im letzten Jahr schon beim Schwimmen den Wettkampf beenden und hatte so noch eine Rechnung offen mit dem berühmten Wettkampf. Das gefürchtete Schwimmen über 3,8 Kilometer absolvierte er in sehr guten 1.14 Stunde. Karma besiegt und jetzt kam die Lieblingsdisziplin des Rheinensers. Auf den welligen 180 Kilometern drückte er mächtig auf das Tempo, genoss aber die Menschmengen an den Hotspots. „Am Solarer Berg fährt man in eine Menschenmenge hinein, die sich erst kurz vor einem öffnet und den Weg frei gibt. Eine unglaubliche Stimmung“ zeigte sich Ricklin von der Atmosphäre auf der Radstrecke begeistert. Mit 5.11 Stunden fuhr Manfred Ricklin eine hervorragende Zeit. Der anschließende Marathon fiel etwas schwerer, aber Ricklin wollte nach dem letztjährigen Ausfall das Ziel auf jeden Fall Manfred Ricklinerreichen. Nach 10.42 Stunden konnte er sich von den vielen Zuschauer unter dem Zielbanner feiern lassen. Mit dieser Zeit hatte er die AK 60 souverän gewonnen.

Simon Wagemaker hatte sich im Winter akribisch auf den Wettkampf in Roth vorbereitet. Doch eine hartnäckige Wadenverhärtung verhinderte lange Zeit ein effektives Training. So ging der Athlet des SCA eigentlich mit geringen Erwartungen in das Rennen. Doch schon die erste Disziplin lief mit 1.03 Stunde sehr gut. Beim Radfahren bekam Simon Wagemaker dann in der zweiten Runde den Trainingsrückstand bitter zu spüren. Er musste kämpfen und rollte nach 5.31 mit dem Rad in die Wechselzone. Doch was dann folgte überraschte auch Wagemaker selbst. „Laufen geht irgendwie immer“. Mit einem fantastischen Marathon von 3.09 Stunden lief er sich in der großen Menge der Teilnehmer noch weit nach vorne. Nach 9.48 Stunden fiel er dann als 67. der AK 35 im Ziel seiner Familie in die Arme.

Beide SCler schwärmten trotz der großen Anstrengungen von dem einmaligen Erlebnis. Wiederholung nicht ausgeschlossen.