Berichte

Spontanes „Plogging“ zur Beseitigung von Müll

Die Athleten der Altenrheiner Laufabteilung wollten am vergangenen Samstag eigentlich am Mesumer Adventslauf teilnehmen. Da auch dieser Wettkampf wegen der Corona-Pandemie ausfiel, entschieden sie sich zur Natursportart „Plogging“, an der man auch in der Corona-Zeit einzeln oder zu zweit teilnehmen kann.

Da viele mit dem Begriff „Plogging“ nichts anzufangen wussten, lieferte Initiatorin Petra Romberg die Erklärung gleich mit. „Plogging“ ist ein Kofferwort, gebildet aus den Bestandteilen „plocka“, welches in Schwedisch „aufheben“ bedeutet, und dem englischen Wort „jogging“ und bedeutet nichts anderes, als Müllsammeln beim Joggen.

Schon oft hatten sich Läuferinnen und Läufer der Altenrheiner Laufabteilung über Unrat an den Laufstrecken geärgert. Als Petra Romberg vor einer Woche in der großen Läufer-WhatsApp-Gruppe von einem wunderbaren Lauf über den Waldhügel berichtete, der aber durch viel Müll in der Natur getrübt wurde, entstand die Idee, für den Umweltschutz aktiv zu werden und „Plogging“ zu betreiben.

Am vergangenen Wochenende war es dann soweit. Ausgestattet mit Müllsäcken und Hygienehandschuhen gingen die Läuferinnen und Läufer in Laufkleidung in und um Rheine auf Suche nach Müll. - Sie mussten meistens nicht weit laufen, denn fast überall lag Müll herum.

Obwohl die Athleten beim Müllsammeln schnell erfolgreich und begeistert von der Aktion waren, zeigten sie in den WhatsApp-Kommentaren wenig Verständnis für die Umweltsünder. Petra Romberg brachte es auf den Punkt: „Was geht in so Spatzenhirnen vor, die Verpackungen, Flaschen und andere Dinge in die Natur werfen?“ Eine Bürgerin hatte sich sogar über zwei SCA-Müllsammler am Radweg Hauenhorst – Rheine mokiert und höhnisch bemerkt: „Sammeln Sie den Müll anderer Leute auf?“

Dabei sind es in Rheine eigentlich sehr viele, die dies machen. - Einmal im Jahr gibt es die Aktion „Sauberes Rheine“, die 2020 zum 23. Mal durchgeführt wurde. Zum Aktionstag am Samstag, 14. März, hatten sich 2.800 Akteure in 70 Gruppen angemeldet. - Dann wurde in den Tagen vorher der Corona-Lockdown ab dem 16. März bekanntgegeben, die offizielle Auftaktveranstaltung zur Aktion „Sauberes Rheine“ am 14. März fiel aus, und es sammelten nur noch wenige, kleine Gruppen Müll. Deshalb bleibt im Corona-Jahr 2020 viel Müll in der Natur liegen.

Die Hinterlassenschaften könnten spätestens beim Aktionstag „Sauberes Rheine 2021“ mit entsorgt werden. - Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber aufgrund der Corona-Pandemie eher unwahrscheinlich, dass die Aktion „Sauberes Rheine“ Mitte März 2021 im früheren Umfang stattfinden kann.

Deshalb appellieren die Läuferinnen und Läufer der Altenrheiner Laufabteilung an die Mitbürgerinnen und -bürger, keinen Müll in die Natur zu werfen und ermutigen alle, als Spaziergänger, Walker oder Läufer durch „Plogging“ - Müllsammeln beim Laufen - aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Wegen Corona Individual- statt Gemeinschaftslauf

Die Altenrheiner Laufabteilung lädt traditionell am zweiten Samstag im November alle Freizeitläufer der Umgebung zum Stundenlauf von Altenrheine nach Rodde bzw. zum Torfmoorsee in Hörstel ein. Es handelt sich um eine lockere Laufveranstaltung mit anschließendem Kaffeetrinken, für die kein Beitrag erhoben wird.

Am vergangenen Samstag, 14. November, war der Altenrheiner Stundenlauf aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Da Bewegung in frischer Luft gesund und deshalb auch im Zeichen von Corona Individualsport allein, zu zweit oder mit eigenen Familienangehörigen zulässig ist, liefen mehrere SCA-Läufer auf ihrer Lieblingsstrecke und schickten anschließend vereinbarungsgemäß Fotos mit Laufdaten an die große WhatsApp-Gruppe der Laufabteilung. Zwischen einer Stunde und zwei Stunden war man unterwegs in einem moderaten Tempo zwischen 5:20 Minuten und 6:30 Minuten pro Kilometer.

Die allgemeine Meinung: „Laufen in einer Gruppe ist schöner als alleiniges Laufen. Durch Laufinformationen und Fotos in der WhatsApp-Gruppe bleibt aber ein Gemeinschaftsgefühl. Das ist sehr wichtig.“

Denise Schäfer machte am Samstag den Auftakt mit ihren Eindrücken über einen wunderbaren Lauf bei sonnigem Wetter und 15 Grad am Dortmund-Ems-Kanal und am Torfmoorsee.

Paul und Jasper Nienhaus sowie Jens Meinen liefen die sogenannte „Steinhart500-Strecke“ vom Schloss in Burgsteinfurt über den Buchenberg in Borghorst und zurück.

Otto Reeker genoss einen langen Lauf kreuz und quer durch Bentlage vom Salinenpark bis nach Hummeldorf. Hilde Krey und Henning Röttger waren schnell unterwegs auf einer anspruchsvollen Halbmarathon-Laufstrecke im Teutoburger Wald. Robert Burmeister genoss ebenfalls die schöne Landschaft im Teuto und nahm sich zwischendurch noch Zeit, ein tolles Foto von einem sonnendurchfluteten Hohlweg mit einer schönen Baumkulisse zu machen.

Vitali Schmit lief in Bentlage und Hummeldorf, Norbert Löcke von der Altenrheiner Kluse aus über die SCA-Trainingsstrecke im Altenrheiner Brook. Michael Heckhuis schnürte nach langer Zeit auch wieder die Laufschuhe und lief eine Trainingsrunde am Dortmund-Ems-Kanal. Auf einem anderen Abschnitt am Kanal war Melanie Germann mit ihrer kleinen Tochter Marisa im Laufkinderwagen unterwegs.

Marietheres Rudolph-Meier, erfolgreiche Ironman-Teilnehmerin auf Hawaii, genoss bei ihrem Lauf die Natur und Ruhe im Bentlager Wald. Den nahen Bentlager Wald wusste auch wieder Markus Wolff bei seinem Lauf zu schätzen.

 

SCA-Läufer Pavel Evstratov schnell unterwegs

Pavel Evstratov von der Altenrheiner Laufabteilung wollte unbedingt am 4. Oktober, seinem 36. Geburtstag, den Köln-Marathon laufen. Doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen. Der Veranstalter des Köln-Marathons bot allen angemeldeten Teilnehmern an, statt in Köln den Marathon in ihrer Heimatregion zu laufen und die Laufergebnisse per App in die gemeinsame Marathon-Ergebnisliste Köln-Marathon 2020 zu übernehmen. Startnummern und Siegermedaillen wurden vorab übersandt.

Am Sonntag, dem Termin des Köln-Marathons, konnten alle gemeldeten Starter zwischen 8 Uhr und 18 Uhr den Marathon absolvieren. Für Pavel Evstratov fiel pünktlich um 8:00 Uhr der Startschuss vor seinem Haus in Mesum am Getreideweg. Von dort begleitete ihn sein Freund Vitali auf dem Rad mit Getränken und Verpflegung durch Elte, Rheine, Hauenhorst, Neuenkirchen, Wettringen, Richtung Emsdetten bis zur Emsdettener Straße und auf dem Radbahnweg bis Hauenhorst und zurück nach Mesum bis zum Getreideweg. Jeden fünften Kilometer nahm Pavel im Laufen Wasser zu sich, jeden zehnten Kilometer zusätzlich eine Banane und ab Kilometer 30 außer Wasser auch Cola.

Er lief ein gleichmäßiges Tempo von 5 Minuten pro Kilometer und benötigte für die ersten 10 eine Zeit von 50:18 Minuten. Kilometer 20 passierte er nach 1:39:57 Stunden, die Halbmarathondistanz von 21,0975 Kilometer nach 1:45:27 Stunden. Kilometer 30 stoppte er mit 2:30:02, Kilometer 40 mit 3:22:09 Stunden. Nach 3:35:23 Stunden hatte er die 42,195 km lange Marathonstrecke geschafft. Zuhause wurde er herzlich von seiner Familie begrüßt. Die Altenrheiner Laufkollegen gratulierten herzlich per WhatsApp zum Erfolg und zum 36. Geburtstag.

Für viele Läufer ist Pavel Evstratov noch ein unbekanntes Gesicht, weil er erst seit 2018 für die Altenrheiner Laufabteilung startet. Er wurde 1984 in St. Petersburg geboren und betreibt Sport intensiv seit 2006, seinem 22. Lebensjahr. Zunächst war im Rennradverein im hessischen Bensheim aktiv, dann entdeckte er den Triathlon für sich. Seit 2015 legt er den Schwerpunkt auf Laufen. Intensives Lauftraining heißt für ihn sechs- bis achtmal pro Woche mit 80 – 120 Laufkilometern.

Durch Niederlande und Deutschland

Hier berichtet Pavel über die extreme Tour, die er szusammen mit Vitali an einem Samstag gemacht hat. Ein Abenteuer, das sich die beiden Triathelten des Sc Altenrheine als Ersatz für den ausgefallenen Ironman in Barcelona ausgesucht haben.

Da ich schon eine 250 km Tagesreise mit meinem Rennrad gemacht habe, hatte ich schon gute Erfahrung gehabt, um genug Wasser und Essen mit zu nehmen. Die Reise habe ich Pavel und Vitaliüberwiegend durch Niederlande geplant, weil ich es sehr genieße dort zu fahren. Die Straßen und Fahrradwege sind dort ausgezeichnet und man wird nicht von jeder Ecke gehupt, wenn man auf der Straße mit dem Fahrrad fährt. Die Route war von Mesum aus nach Arnhem über Enschede und einige kleine Dörfer und Felder. Von da aus nach Nijmegen und dann Richtung Heimat über Wasserschloss Ahaus und Wasserschloss Darfeld. Unterweges haben wir auch zwei Fähren genommen. Ich habe Vitali angeboten mit mir zu fahren und er hat zugesagt. Ich hatte 1,5 l Flüssigessen, 1 l Isogetränk, mehrere selbstgemachte Energieriegel und Bananenbrot eingepackt. Unter anderem habe ich auch Cetirizin (ich bin Allergiker), Vaseline für einige Körperstellen und einiges mehr mitgenommen. Das hat alles in meinen kleinen Rucksack gepasst.

„HerausraGöran Blaschkegend, super, ein echter Hammerwettkampf“ mit diesen Superlativen beschrieb Triathlet Göran Blaschke den Wettkampf in Ratingen. Als einer der wenigen Wettkampfhighlights in der Saison 2020 zog der Triathlon in Ratingen nicht nur viele Altersklassenathleten an, sondern auch etliche Wettklasseathleten. Bei der Volksdistanz reckte Blaschke die Fahnen des SC Altenrheine als Gesamtvierter und Zweiter der AK 40 hoch in den Dreikampfhimmel.

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