Ein Wochenende ist für viele Triathleten der sportliche Höhepunkte des Jahres. Das Highlight ist der Triathlon über die Langdistanz in Roth. Mit sechs Athleten und etlichen Fans war der SC Altenrheine im fränkische Roth vertreten. Christoph Dirkes war beim seiner zehnten Langdistanz nach 10:30 Stunden der schnellste Aktive des SCA.

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Die Region im fränkischen Seenland mutiert jedes Jahr zum Mekka der Dreikämpfer. Obwohl die Athleten die beeindruckende Summe von knapp 225 Kilometer bewältigen müssen, zieht es seit Jahren immer eine große Anzahl von Altenrheinern in die Nähe von Nürnberg. Denn in Roth feiern nicht nur Sportfans. Der ganze Landkreis feuert die Triathleten an - egal, ob Hobbysportler oder Profi-Triathlet.

Dieses besondere Flair spüren die Athleten und mitgereisten Fans schon beim Auftakt, die 3,8 Kilometer im Main—Donau-Kanal. Ein Höhepunkt dieser Veranstaltung ist die 180 Kilometer lange Radstrecke. Sie ist nicht nur schnell, sondern belohnt mit dem berühmten Solarer Berg die Sportler mit echtem Gänsehautfeeling. Tausende Zuschauer bilden eine Gasse und peitschen die Triathleten den Anstieg hinauf. Die neu konzipierte Marathonstrecke fand bei den Sportlern viel positive Resonanz. Der Zieleinlauf ist bei der ältesten Langdistanz in Deutschland schon von Begin an legendär. Die Zuschauer feiern stundenlang, vom Profi bis zum Altersklassenathlet, jeden Finisher.

Morgens um sechs Uhr standen Ingrid König, Christoph Dirkes, Sebastian Dobrzinski, Christian Dudek, Manfred Ricklin und Christian Wesendahl mit vielen tausend Zuschauer am Start der Schwimmstrecke und erwarteten bei bestem Triathlonwetter den berühmten längsten Tag im Jahr.

Christoph Dirkes musste kurz vor dem Start noch eine Schrecksekunde verdauen. Beim letzten Radcheck verlor ein Reifen Luft. Mit der Routine von zehn Langdistanzen erledigte Dirkes die Reparatur und war pünktlich am Start. Das ihn das Missgeschick nicht aus der Ruhe gebracht hat, zeigt die hervorragende Schwimmzeit von 1:04 Stunden. Bei den Vorbereitungsrennen über die Mitteldistanz hatte der Altenrheiner schon mit beeindruckenden Radleistungen auf sich aufmerksam gemacht. Das gelang ihm mit einem Durchschnitt von 37 Stundenkilometer auf der ersten Runden in Roth ebenfalls. Auch wenn er die zweite Radrunde etwas ruhiger anging, schließlich folgte noch ein Marathon, wechselte Christoph Dirkes nach beeindruckenden 5:05 Stunden zum Laufen. Beim Marathon spürte Dirkes dann doch den Trainingsrückstand, war aber mit der Endzeit von 10:30:19 Stunden zufrieden.

Sebastian Dobrzinski konnte nicht die Routine von Dirkes in die Waagschale werfen. In Roth wagte er seine erste Langdistanz. Der Trainingsplan der letzten Monate gab ihm aber die Sicherheit, dass er diese Herausforderung meistern würde. Nur sechzig Sekunden nach Dirkes lief er in die Wechselzone. Beim ersten Mal gibt es immer eine Bestzeit, also versuchte Dobrzinski auch die tolle Atmosphäre des Rennens aufzusaugen. Mit der Unterstützung der über 200.000 Zuschauer fuhr er in knapp 5:41 über die 180 Radkilometer. Mit einer beeindruckenden Konstanz spulte der Altenrheiner bei seiner Premiere die 42 Kilometer der Laufstrecke ab. Nach 11: 09:38 Stunden durfte sich Dobrzinski im Ziel feiern lassen.

Mit einigen Zweifeln ging Ingrid König an den Start. Zwei Monate konnte sie in den wichtigen Wintermonaten nicht richtig trainieren. Nach dem etwas ungeliebten Schwimmen schwang sich die Altenrheinerin nach 1:28 Stunde auf das Rad. „Es war zwar sehr windig, aber ich hatte ein gutes Gefühl und konnte viele Konkurrentinnen überholen“ beschreibt Ingrid König die zweite Disziplin. Im Marathon gab es dann auf Grund des verletzungsbedingten Trainingsrückstands bei Kilometer 15 den ersten richtigen Tiefpunkt. Doch ihr Mann, als treuster Fan, gab den richtigen Impuls. Der für Ingrid König sprichwörtliche Diesel kam wieder ans laufen. Die letzten Kilometer des Marathon vergingen wie im Flug. Trotz der Skepsis verbesserte Ingrid König ihre Zeit von vor zwei Jahren noch um zwei Minuten und erreichte nach 12:19:21 Stunden das Ziel.

Das eine Langdistanz auch für erfahrene Athleten immer wieder eine große Herausforderung ist, bekamen Manfred Ricklin und Christian Dudek zu spüren. Manfred Ricklin hatte schon zu Beginn des Schwimmens Probleme. Nach 1,5 Kilometer musste er enttäuscht das Rennen sehr früh aufgeben. Aber schon am nächsten Tag hat er sich für das Rennen 2019 angemeldet. „Ich habe da noch eine Rechnung offen“ zeigte sich Ricklin schon wieder optimistisch. Christan Dudek, der in Steinbeck beim Ligastart mit seinem sechsten Rang sich noch bestens vorbereitet zeigte, musste in Roth von einer Erkältung geschwächt nach dem Radfahren den Wettkampf beenden.

Eine tolle erste Langdistanz zeigte, wie schon berichtet, auch Christian Wesendahl, der nach 11:27 Stunden das Ziel erreichte.